UNTERSCHIEDE IV - 2013

 

ABSTRAKTION UND GEGENSTAND

Malerei und Zeichnung des Malers Frank Hruschka in der Loschwitzer

galerie am blauen wunder

Diese Ausstellung des Malers Frank Hruschka in der galerie am blauen wunder

heißt „Unterschiede IV“. Drei vorangehende Ausstellungen seit Mitte des letzten Jahrzehnts hat er mit dem Titel „Unterschiede“ belegt. Damit bekennt er sich zu der erstaunlichen Vielfalt seines Werkes von abstrakten Positionen bis zu gegenstandsnahen figurativen Kompositionen. Dies ist keine Markenzeichen-Kunst, aber immer unverkennbar seine malerische Welt.

Frank Hruschka wurde 1961 in Dresden geboren, Kindheit und Jugend jedoch verbrachte er in Freital. Sein Großvater war Freizeitmaler und seine Patentante die Tochter des Freitaler Malers Willy Kutzner. Somit war der Samen für Bildnerisches in ihm gelegt. Nach der Lehre in einem Metallberuf und einer Tätigkeit im Werkzeugbau bewarb er sich Anfang der achtziger Jahre an der Kunsthochschule, wo er drei Mal abgelehnt wurde. Von 1982 bis 1990 arbeitete er bei der Inneren Mission der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens (heute Diakonie Sachsen) in Radebeul, zunächst als Betriebshandwerker, dann im künstlerisch-gestalterischen Bereich. Wie viele wurde er im 26. Lebensjahr noch als Bausoldat eingezogen, danach gestaltete eine große Ausstellung für die Innere Mission beim Kirchentag 1989 in Leipzig.

1990 machte er sich als Gebrauchsgraphiker freischaffend, bis 1996 leitete er die Stadtgalerie  Radebeul-Ost. Seit 1996 war er Mitglied im Beirat des Kulturraumes Elbtal, zuständig für den Bereich Bildende Kunst. Als Geschäftsführer von „Kultur im Dresdner Umland e.V.“ konzipierte er Ausstellungen wie “Theodor Rosenhauer“ im Schloß Moritzburg und der Künstlergruppe „Die Sieben“ auf der Albrechtsburg Meißen. Im Sommer 1999 gründet er mit fünf anderen Künstlern das „Atelier Oberlicht“ in Radebeul als Produzentengalerie, die er 2009 verließ.

Seine freie bildnerische Entwicklung festigte sich Mitte der achtziger Jahre im Künstlerkreis des Radebeuler Malers Peter PIT Müller. Neben ausgedehnten Akt- und Porträtstudien beschäftigte er sich unter anderem mit Themen wie Bewegung, Musik und Tanz, die er in bildhafte menschliche Zeichen goß. Vom Gegenstand völlig abgekoppelte Bildideen entwickelten sich erst nach 1990, obwohl er noch heute in einem Statement sagt: „Bei den meisten meiner Bilder ist die Natur, der Gegenstand, die Realität um mich herum die Inspiration zur Abstraktion für Farbe und Form.“ Wobei diese Natur Gegenstände und Realitäten geistiger Art sein können, sublimiert zu Gedanken, Gefühlen, Theorien und Musik.

So sitzt Markus Lüpertz 2009 ganz realistisch am Klavier, während der Saxophonist Jesus Canneloni in dem großen Jazz-Bild von 2012 in die malerische Fläche regelrecht eingewoben ist, ebenso wie Joe Cocker und Manfred Hering in die Graphit-Struktur der Zeichnung. Die Handzeichnung mit dem guten alten Bleistift, das Gewusel der Linien zum Erfassen von Menschen ist ihm ein ganz besonderes Feld.

Während Hruschka hier die Gestalten der vortragenden Musiker bildnerisch erfaßt, bannt er auf der anderen Seite (der Ausstellung) Musik direkt in malerische Form. In „Jazz II“ von 2013 zu einer Symphonie von Philip Glass setzt sich das Minimalistische der Klänge des Komponisten im rot-farbigen Raum ins Unendliche fort, man wird kandinskygleich ins Bild gesaugt, um Teil der immerwährenden Klangwirbel zu werden. Das auf der Einladung präsentierte Bild zeigt im silbrig vibrierenden Schwarz mehrere farbige Linien, die wie Stimmen sich begegnen, auseinander laufen, um sich wieder zu vereinen. Es ist beinahe eine malerische Paraphrase der „Schwünge“ von Hermann Glöckner, eine zarte Kammermusik.

„Schwebend“ ist 2005 Himmel und Erde, ultramarine und blaugrüne Spiegelung im Gleichgewicht, die roten Blöcke lassen den schwebenden Felsen von Magritte in den Sinn kommen. Auf das Selbstporträt „Bedrückt“ von 2008 folgt 2009 die „Trennung“: Ein harter roter Acrylstrahl durchzuckt das blau pulsierende Universum; so hart dieser auch trennt, hat er auch zukunftweisend-aufbauende Leuchtkraft. Luftblasengleich steigt 2005 gerastertes Rot „Aufstrebend“ im schwarz strahlenden Ur-Kosmos auf. „Feuer und Eis“ macht im letzten Jahr die erfrierende Hitze direkt fühlbar.

Neben den „Unterschieden“ zeigen diese zwischen 2002 und 2013 entstandenen 23 Arbeiten von Frank Hruschka eben auch und gerade das Verbindende in seinem gegenwärtigen Werk.

Gunter Ziller

Die Ausstellung auf der Pillnitzer Landstraße 2 ist bis zum 9. November 2013

MAHLWERCK, Das Magazin 2013/14

Beitrag im Magazin der Firma Mahlwerck Porzellan GmbH 2013/14
Auf der PSI: Hier einige Eindrücke in Bildform.
Der nagelneue Mahlwerck Stand erhielt sehr viel positive Beachtung.